Wie Klarna mehrere Branchen anführen will

Michael Rettinger, 30.11.2021

Als der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna im Jahr 2005 das Licht der Welt erblickte, waren die Vorzeichen mehr als unbedeutend. Heute ist Klarna ein Lehrbeispiel dafür, wie auch für Neulinge mit konsequenter Kundenausrichtung die Welt offensteht.

Als die drei Klarna-Gründer Sebastian Siemiatkowski, Niklas Adalberth und Victor Jacobsson 2005 mit einer Idee beim Entrepreneurs Award der Handelshochschule Stockholm vorstellig wurden und ihre Idee der Abwicklung von Online-Käufen durch Factoring-Dienstleistungen zeigten, blitzten sie ab - lediglich einer der letzten Plätze blieb für ihr Konzept. Andere Jungunternehmer geben bei solchen Misserfolgen gerne mal auf. Zumal im Jahr 2005 Zahlungsdienstleistungen entweder per Kreditkarte liefen - oder über den damals schon populären Dienst PayPal, der seit 2002 im eBay-Konzern war.

Tatsächlich ist Klarna heute ein milliardenschweres Unternehmen mit rund 3.500 Mitarbeitern (laut Wikipedia). Rund 200.000 Online-Händler, darunter sehr viele kleine Unternehmen, setzen Klarna-Zahlungsmöglichkeiten ein. Das vor allem auch deshalb, weil Klarna schon sehr früh nicht nur auf Kreditkarten setzte, sondern auch über Zahlung per Rechnung. Und das auf eine Weise, die das Zahlungsausfallrisiko für Online-Händler minimiert und Kunden selbst den Einsatz von Ratenkauf oder Offline-Zahlungen im Ladengeschäft ermöglicht.

Klarna - die Bank

Im Februar 2021 ließ Klarna eine Bombe platzen, in dem das Unternehmen begann, in Deutschland eigene Girokonten und Bankingdienstleistungen anzubieten. Das Girokonto, weitgehend kostenlos, mit Visa-Karte ausgestattet und einem eingängigen Online-Banking, misst sich dabei an den Leistungen der Konkurrenz. Mit dem großen Unterschied, dass Klarna mit seiner App bereits auf eine große Nutzerbasis zurückgreifen kann.

Klarna - die Shoppingplattform

Die Klarna-App ist auch der Dreh- und Angelpunkt einer weiteren Dienstleistung von Klarna. Direkt in der App integriert ist nämlich auch eine Shoppingplattform, die es Händlern ermöglicht, hier Produkte und vor allem besondere Aktionen anzubieten. Der große Vorteil ist dabei, dass Nutzer mit einem Blick über Angebote im Bilde sind und bei Interesse direkt auf die Website des Anbieters springen können, um dort einzukaufen.

Das hört sich simpel an, ist aber angesichts des Benutzerstammes, die auf diese Weise die App nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch als Shoppingplattform nutzen können, hochinteressant. Der einstige Online-Zahlungsdienstleister wächst aus zu einer echten Bank und einem Shoppingdienstleister, in dem er quasi die gesamte Kette zwischen Geld verdienen und Geld ausgeben kontrollieren kann, inklusive Kreditdienstleistungen.

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