Der Kampf um den PoS

Adrian Strasser, 19.03.2021

Nach dem Private und Business Banking ist nun auch der Point of Sales ein immer stärker umkämpfter Bereich für neu hinzugekommene Zahlungsdienstleister und Fintechs. Ein Bericht aus einem Kampfgebiet, in dem richtig etwas auf dem Spiel steht.

Der Point of Sales ist im elektronischen Zahlungsvorgang sehr lange ein regelrechtes Bankenbiotop gewesen. Das Kartenterminal stellte die Hausbank und ließ sich das auch recht üppig mit Gerätemieten und Grundgebühren, spätere Zahlungsvorgänge mit Transaktions- und Clearingkosten, Kreditkartenanbieter mit üppiger Disagio bezahlen. Das führte lange Jahre dazu, dass im "Bargeldland" Deutschland Kartenzahler von Unternehmern mit gerümpfter Nase angeschaut wurden. Karte zu akzeptieren bedeutet, spürbar Marge abzugeben. Und dann auch noch Tage oder Wochen auf sein Geld zu warten.

Das Leid an dieser Stelle haben vor Jahren auch Fintechs erkannt und sich das Smartphone als PoS-Ersatz näher angeschaut. Erste Lösungen arbeiteten mit pfiffigen Hardware-Dongels, die per Audio-Klinkenstecker an das frühe iPhone angeschlossen werden konnten und das Smartphone mit einem echten Magnetstreifen- und Chipkartenleser aufrüsteten. Schön sah das nicht gerade aus und die Transaktionskosten waren anfangs auch nicht zu unterschätzen, aber immerhin bot diese Lösung auch kleinen Händlern, mit verhältnismäßig wenig Geldeinsatz Kartenzahlungen zu ermöglichen. Was anfangs noch belächelt wurde, funktionierte praktisch überall.

Der heute etablierte NFC-Nahbereichsfunk löst die letzten Barrieren, denn nun wird kein Dongle für Magnet- oder Chipkarten mehr benötigt, sondern eine simple App greift auf das NFC-Modul moderner Smartphones zu und eröffnet den Weg zu kontaktlosem Zahlungsverkehr. Und das beispielsweise im Fall der App PhonePOS der CCV GmbH sogar mit Whiteboxing, also der Sicherstellung einer Trennung von Payment- und Smartphone-Komponenten mit Verschlüsselung und erzwungenen App-Updates. Kunde und vor allem Verkäufer müssen keine Experten sein, um so Geld zu transferieren.

Der nächste Schritt ist die Banking-App eines Business-Kontos, die mit so einem Softwaremodul ausgestattet werden könnte. Konto und NFC-fähiges Smartphone werden schlagartig zum ständig verfügbaren Kartenterminal und ermöglichen Mikrozahlungen an buchstäblich jedem Flecken.

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